| Eine Kata ist eine Abfolge
von Bewegungen welche eine Serie von realistischen und praktischen
Angriffs- und Verteidigungsübungen beinhaltet. Jede Kata besteht
aus verschiedenen bestimmten Bewegungen welche der Schüler alleine
ohne Partner machen kann.
Diese Katas sind von früheren Meistern nach mehreren Jahren
Forschung, Training und Kampferfahrung kreiert worden. Die Serien
der Techniken in den Katas wurden in echten Kämpfen getestet.
Auf diesem Weg wurde jede Kata getestet und verfeinert und bis zum
derzeitigen Stand weiterentwickelt.
Wegen der Komplexität der Entwicklung ist es unmöglich
die genauen Ursprünge der Kata zu rekonstruieren.
Die alten Meister haben immer wieder die Kampftechniken und Bewegungen
der Tiere in Kämpfen untereinander, Kampf Tier gegen Mensch
oder Mensch gegen Mensch, beobachtet. Sie haben auch die Physiologie
des menschlichen Körpers und seine Reaktionen im Kampf, sowie
die gesamte Blutzirkulation rund um die Uhr, die Verwundbarkeit
an den Lebenspunkten in Realtion zur jeweiligen Tageszeit, bekannte
Naturgesetze wie Sonnenaufgang und Sonnenuntergang und Flut oder
Ebbe, in ihren Forschungen miteinbezogen. Alle diese Elemente sind
in die Kata eingearbeitet worden!
Der Grund bzw. Zweck warum die Kata überhaupt entwickelt worden
ist wandelte sich wie die Kata selbst mit der Zeit. Zum Beispiel
wurde in China vor 1600 Jahren die Kata für Selbstverteidigung
entwickelt und trainiert, wobei die buddhistischen Mönche die
Kata für die Stärkung von Geist und Körper übten.
Die wirkliche Bedeutung und der Sinn von Karate sind in der
Kata am besten verdeutlicht. Nur wenn man die Kata intensiv trainiert
kann man den Sinn verstehen. Darum dürfen wir die Katas nicht
verändern oder vereinfachen da sonst der Sinn und Mythos der
Kata verloren geht.
Im Karate gibt es keinen ersten Angriff ! Jede Kata beginnt
mit einer Verteidigungsstellung was eigentlich schon den Spirit
verdeutlicht. Es ist nicht nur so dass es keinen ersten Angriff
gibt, sondern am besten ist auch die Vermeidung eines Kampfes. DARUM
HEISST ES DASS KARATE DIE KUNST DES WEISEN MANNES IST!
Um die Kata (bzw. Katas) korrekt machen zu können muss die
jeweilige Kata immer und immer wieder geübt und trainiert werden.
Nur durch dauerndes Üben können die Bewegungen in Fleisch
und Blut übergehen. Erfreulicherweise ist die Kata ein Teil
von Karate der alleine ohne Partner überall und zu jeder Zeit
geübt werden kann. Wenn eine gut durchtrainierte Person mit
voller Kraft und sauberen Bewegungen eine Kata macht (zeigt) sieht
man die ästhetischen Bewegungen und die Qualität der Kata.
Fast alle Goju-Ryu-Katas sind von Higaonna Kanryo Sensei weitergegeben
worden. Kanryo Higaonna hat viele Jahre bei Sensei Ryu Ryuko in
Fukien, China, die Katas studiert und trainiert.
Folgende Katas wurden überliefert: Sanchin, Saifa, Seiyunchin,
Shisochin, Sanseru, Sepai, Kururunfa, Sesan, und Suparinpei.
Die Namen der Karate-Vorfahren welche die Katas seinerzeit kreiert
haben sind leider nicht bis in die heutige Zeit überliefert
worden.
Viele der Namen der Katas sind chinesiche Nummernsymbole buddhistischen
Glaubens.
Zum Beispiel Suparinpei:
Die Nummer 108 aus dem Chinesischen, hat eine spezielle Bedeutung.
Man glaubte (glaubt) dass der Mensch 108 böse Eigenschaften
hat und so hat man in den buddhistischen Tempeln am 31. Dezember
des Jahres die Glocke 108 mal geläutet um die bösen Geister
zu vertreiben.
Die Zahl 108 in Suparinpei kommt von 36 mal 3. Das Symbol für
die Zahl 36 kommt von der Bedeutung Sanseru welche folgt. Die Zahl
3 symbolisiert Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.
Sanseru, in chinesischen Schriftzeichen geschrieben, bedeutet also
die Zahl 36. Symbolisch wird das berechnet als 6 mal 6. Die erste
6 representiert Augen, Ohren, Nase, Zunge, Körper und Geist.
Die zweite 6 bedeutet Farbe, Stimme, Geschmackssinn, Geruch, Gefühl
(Berührung) und Gerechtigkeit.
Sepai bedeutet "Nummer 18". Es berechnet sich aus 6 mal
3. Die 6 ist der zweite Teil aus Sanseru (die zweiten 6). Die 3
repräsentiert Das Gute, Das Böse und Frieden.
Die vier Katas Gekisai Dai Ichi, Gekisai Dai Ni, die weiterentwickelte
Sanchin, und Tensho sind relativ neu und wurden von Miyagi Chojun
Sensei kreiert. Gekisai Dai Ichi und Dai Ni sind von Miyagi Sensei
entwickelt worden um Karate auch unter jüngeren Leuten einzuführen
und das Training einfacher zu gestalten. Diese beiden Katas, mit
extremem Bewegungen, sind relativ einfach zu verstehen.
Miyagi Chojun Sensei's Sanchin bewahrte den Hauptteil von Higaonna
Kanryo Sensei's Sanchin, von welcher es eine Variation ist. Miyagi
Sensei entwickelte die Kata hauptsächlich als Bindeglied zu
den alten Katas. Die Kata fordert eine besondere Verwendung der
Muskelnpartien zu einer symmetrischen Entwicklung. Das ist eine
wichtige Optimierung für den Gebrauch des Körpers und
speziell als Verhinderung einer Verletzung oder Abnützung von
Rücken oder anderen Muskelpartien.
In Anbetracht dess repräsentiert Sanchin kata das "Go"
(das Harte) von Goju und Tensho kata alss das "JU" (das
Weiche) von Goju.
Eines der Ziele von Tensho kata ist Konzentration auf einen Punkt
während sanfter Handbewegungen. Ausserdem wird während
dieser Übung gewaltige Energie frei.
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